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Laserklassen: Wann brauchen Sie eine Genehmigung für eine Lasershow?

Ob Sie eine Genehmigung brauchen, hängt vor allem von der Laserklasse ab und davon, wo und vor wem Sie den Laser zeigen. Party-Laser mit geringer Leistung der Klasse 2 oder 3R erfordern in der Regel keine persönliche Genehmigung. Show-Laser der Klasse 3B und Klasse 4, die vor Publikum eingesetzt werden, dagegen schon: In den USA bedeutet das eine FDA-Variance, andere Länder arbeiten mit eigenen Zulassungen, Auflagen der Location oder einem benannten Laserschutzbeauftragten.

Techniker mit Checkliste bei der Lasersicherheitsprüfung unter einem an einer Traverse montierten Show-Laser, Strahlen weit über Kopfhöhe

Im Folgenden erfahren Sie, was jede Klasse für Show-Laser bedeutet, wie die wichtigsten Regeln in den USA und anderen Märkten funktionieren, und finden eine Checkliste für DJs, Bands und Locations vor einer öffentlichen Show.

Was die Laserklassen bedeuten

Jedes Laserprodukt wird einer Klasse zugeordnet, je nachdem, wie viel Laserlicht austreten kann und wie gefährlich dieses Licht für Augen und Haut ist. Das internationale System (IEC 60825-1) gilt in den meisten Ländern. Auf US-Etiketten stehen oft noch die älteren Bezeichnungen mit römischen Ziffern, daher sind hier beide aufgeführt.

Übersicht der Laserklassen 1 bis 4, von Klasse 1 mit geringem Risiko bis zu leistungsstarken Lasern der Klasse 3B und 4, die eine ernste Gefahr für Augen und Haut darstellen
Klasse Ältere US-Bezeichnung Sichtbare Leistung (Dauerstrich) Risiko Wo Sie sie finden
1 / 1M I Sehr gering oder vollständig gekapselt Geringes Risiko bei normalem Gebrauch; 1M kann beim Blick durch Ferngläser oder andere Optiken gefährlich sein Drucker, Disc-Player, gekapselte Systeme
2 / 2M II Bis 1 mW Geringes Risiko; der Lidschlussreflex schützt das Auge normalerweise, trotzdem nicht in den Strahl blicken Barcodescanner, einige Effekte mit geringer Leistung
3R IIIa Bis 5 mW Direkte Bestrahlung des Auges kann Verletzungen verursachen Viele kleine Party- und Heim-Effektlaser
3B IIIb Bis 500 mW Direkter Strahl und Spiegelreflexionen sind eine Gefahr für die Augen Viele Club- und Bühnen-Showlaser
4 IV Über 500 mW Gefahr für Augen und Haut; auch Streureflexionen können gefährlich sein; Brandgefahr bei hoher Leistung Große Showprojektoren, Konzert- und Festivallaser

Die meisten als Bühnen- oder Show-Laser verkauften Geräte fallen in Klasse 3B oder Klasse 4. Manche kompakten Partyeffekte sind als Klasse 2 oder 3R gekennzeichnet. Maßgeblich ist der Leistungswert auf dem Klassenetikett, nicht eine Werbezahl auf dem Karton. Wenn Sie noch Ihr erstes Gerät auswählen, erklärt unser Kaufratgeber für Bühnenlaser, welche technischen Daten und Steuerungsoptionen bei kleinen Veranstaltungen zählen.

Warum das Klassenetikett wichtig ist

  • Lesen Sie zuerst Etikett und Handbuch. Ob Sie einen UKING Laser oder ein Gerät einer anderen Marke besitzen: Die Klasse steht auf dem Produktetikett und im Handbuch. Das ist der Ausgangspunkt für jede der folgenden Entscheidungen.
  • Kein Etikett bedeutet kein Einsatz vor Publikum. Hat ein Laser kein Klassenetikett oder ist es unleserlich, setzen Sie ihn nicht bei einer öffentlichen Veranstaltung ein. Sie können niemandem nachweisen, dass er sicher ist.
  • Verändern Sie keine Laser. Ein Austausch von Dioden, Optik oder Treibern kann ein Produkt in eine höhere Klasse verschieben und seine Zertifizierung und Garantie ungültig machen.
  • Laserpointer sind keine Show-Laser. Handgehaltene Pointer, besonders leistungsstarke, sind nicht für den Einsatz vor Publikum konzipiert oder zertifiziert.

USA: die FDA-Variance

In den USA werden Laserprodukte vom Center for Devices and Radiological Health (CDRH) der FDA reguliert. Für Lasershows gilt eine einfache Grundregel: Wer Laser der Klasse 3B oder Klasse 4 öffentlich vorführt, braucht eine genehmigte Variance (Ausnahmegenehmigung) der FDA. Das gilt für Clubnächte und Konzerte und in den meisten Fällen auch für DJ-Gigs und private Veranstaltungen, bei denen Gäste die Show sehen. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Ihre Veranstaltung darunter fällt, fragen Sie bei der FDA nach oder arbeiten Sie mit einem Unternehmen zusammen, das eine Variance besitzt.

  • Die Variance ist kein Schulungszertifikat. Sie ist eine Genehmigung der FDA, die die Ausrüstung beschreibt und festlegt, wie Sie sie sicher betreiben, einschließlich Strahlhöhen und Abständen zum Publikum.
  • Hersteller und Showbetreiber haben getrennte Pflichten. Dass ein Projektor legal verkauft wird, berechtigt die Person, die die Show fährt, noch nicht dazu, ihn öffentlich vorzuführen. Der Betreiber braucht eine eigene Variance oder muss im Rahmen eines Unternehmens arbeiten, das eine besitzt.
  • Party-Laser der Klasse 3R und darunter brauchen in der Regel keine Show-Variance, aber die normalen Sicherheitsregeln gelten trotzdem: nicht auf Menschen zielen, keine Strahlen auf Augenhöhe.
  • Outdoor-Shows, bei denen Strahlen in den Himmel gerichtet werden, müssen zusätzlich mit der FAA abgestimmt werden, weil Laser Piloten blenden können.
  • Bundesstaatliche und örtliche Vorschriften können weitere Anforderungen stellen. Einige Bundesstaaten haben eigene Registrierungs- oder Genehmigungspflichten für Laser, und Locations, Brandschutzbehörden und Versicherer stellen oft eigene Bedingungen.

Großbritannien, Europa und Australien

Außerhalb der USA gibt es meist keine einheitliche „Lasershow-Lizenz“. Die Regeln ergeben sich aus dem Arbeitsschutzrecht, der Genehmigung der Location und den örtlichen Behörden und unterscheiden sich je nach Land und Region.

  • Großbritannien: Laservorführungen fallen unter das Arbeitsschutzrecht (Health and Safety). Örtliche Behörden und Locations können eine Veranstaltungsgenehmigung mit Auflagen versehen, und Locations verlangen für Systeme der Klasse 3B und 4 oft eine Gefährdungsbeurteilung sowie einen fachkundigen Laserbediener oder -berater.
  • Europäische Union: Jedes Land wendet eigene Arbeitsschutzvorschriften zu künstlicher optischer Strahlung an. In Deutschland zum Beispiel müssen Arbeitgeber einen ausgebildeten Laserschutzbeauftragten bestellen, wenn Beschäftigte Laser der Klasse 3R, 3B oder 4 betreiben.
  • Australien: Die Laservorschriften legt jeder Bundesstaat bzw. jedes Territorium selbst fest. Einige Bundesstaaten verlangen Genehmigungen für Besitz oder Nutzung von Lasern der Klasse 3B und 4, und leistungsstarke Handlaserpointer sind streng eingeschränkt.

Wenden Sie sich in all diesen Märkten vor einer öffentlichen Show mit Lasern der Klasse 3B oder 4 an die Location und die örtliche Behörde. Die Regeln ändern sich, und von der Person, die die Show fährt, wird erwartet, dass sie sie kennt.

Wer bei einer Show verantwortlich ist

Die Lasersicherheit bei einer Veranstaltung liegt normalerweise bei einer namentlich benannten Person, oft Laserschutzbeauftragter (Laser Safety Officer, LSO) genannt. Bei einer kleinen Show ist das meist der DJ oder Lichttechniker. Diese Person:

  • kennt Klasse und Leistung jedes Lasers im Rig.
  • legt Strahlhöhen, Pan- und Tilt-Grenzen und Ausblendungen so fest, dass kein Strahl das Publikum auf Augenhöhe erreicht.
  • entfernt oder verdeckt reflektierende Flächen im Strahlengang.
  • kann jede Laserausgabe sofort stoppen und behält das Rig während der Show im Blick.
  • führt die Unterlagen, die Location, Versicherer oder Behörde anfordern können.

Lasersicherheitsschulungen für Showbetreiber bieten Branchenverbände wie die International Laser Display Association (ILDA) und spezialisierte Schulungsanbieter an. Ein Kurszertifikat ist für sich genommen keine Genehmigung, aber Locations und Versicherer verlangen es oft, und es hilft bei der Beantragung von Zulassungen.

Checkliste vor einer öffentlichen Lasershow

  1. Suchen Sie auf dem Etikett jedes Lasers die Klasse. Ist einer davon Klasse 3B oder 4, gehen Sie davon aus, dass für die Show besondere Vorschriften gelten.
  2. Prüfen Sie die Vorschriften für Land und Stadt: eine FDA-Variance in den USA, Auflagen der örtlichen Behörde oder der Location anderswo.
  3. Teilen Sie der Location schriftlich mit, dass Laser eingesetzt werden, und fragen Sie nach ihren Anforderungen und denen ihres Versicherers.
  4. Findet die Show im Freien statt, prüfen Sie die Luftfahrtvorschriften und richten Sie in der Nähe von Flugrouten keine Strahlen in den Himmel.
  5. Planen Sie die Strahlengänge so, dass jeder Strahl deutlich über dem Publikum bleibt und an einer Wand, Decke oder anderen sicheren Fläche endet.
  6. Testen Sie vor dem Einlass: Gehen Sie den Publikumsbereich einschließlich Bühnen und erhöhter Flächen ab und achten Sie auf jeden Strahl auf Augenhöhe.
  7. Benennen Sie die Person, die die Laser während der Show bedient und stoppt.

Unterlagen, die Sie aufbewahren sollten

  • Produkthandbücher und Fotos des Klassenetiketts jedes Lasers
  • Ihre FDA-Variance, die örtliche Genehmigung oder die Freigabe der Location, sofern erforderlich
  • Einen einfachen Plan, der zeigt, wo die Laser montiert sind und wohin die Strahlen gehen
  • Schulungszertifikate des Bedieners
  • Eine unterschriebene oder datierte Checkliste vor der Show für jede Veranstaltung

Häufige Fragen

Brauche ich für einen Laser auf einer Hausparty eine Genehmigung?

Für eine private Party mit einem Effektlaser der Klasse 2 oder 3R mit geringer Leistung ist in der Regel keine Genehmigung nötig. Sie müssen die Strahlen trotzdem über Kopfhöhe und von Augen fernhalten und die örtlichen Vorschriften prüfen, wenn Sie etwas Stärkeres einsetzen.

Ist ein Laser der Klasse 4 für einen DJ erlaubt?

Grundsätzlich ja, aber nur mit den passenden Genehmigungen. In den USA erfordert die öffentliche Vorführung eines Lasers der Klasse 4 eine FDA-Variance, und andere Länder haben eigene Anforderungen. Ohne diese sollten Sie Effekte niedrigerer Klassen verwenden.

Kann ich einen Laserpointer der Klasse 4 in einer Show einsetzen?

Nein. Leistungsstarke Handpointer sind nicht für Publikumseffekte gebaut oder zertifiziert, lassen sich leicht versehentlich auf Menschen richten und sind vielerorts eingeschränkt oder verboten. Verwenden Sie Geräte, die für den Showeinsatz konzipiert und gekennzeichnet sind.

Was ist eine Lasersicherheitszertifizierung?

Das ist ein Zertifikat über eine Schulung, das zeigt, dass ein Bediener Lasergefahren, Laserklassen und den sicheren Showaufbau versteht. Es ist nützlich und wird oft verlangt, ersetzt aber keine FDA-Variance oder örtliche Genehmigung, wo eine solche erforderlich ist.

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